
Wieder mal ein schöner Artikel in der Zeitung, in dem sich allerlei interessante Informationen finden lassen. Man muss halt nur darauf achten. Es ging um das Erbvermögen. Ich selbst besitze keine Reichtümer und niemand aus meiner Familie kommt über einen nennenswerten Betrag hinaus. Einen Betrag der zu vererben wäre und mich damit in die finanzielle Unabhängigkeit führen könnte gibt es nicht. Das, was übrig bleibt, geht für die Beerdigung drauf. Selbst dann, wenn man den teuren Angehörigen in einem Schuhkarton vergraben lässt. Kurz um, ich bin nicht vermögend und werde es auch nicht mehr werden. Mich betreffen also die Sorgen der Menschen, deren Vermögen ausgedruckt in Zahlen nicht mehr auf den Standard-Kontoauszug passt, überhaupt nicht. und doch muß ich hier Partei ergreifen. Für die Reichen. Warum? Weil die Argumentation der Forscher das wichtigste vergisst: Den Menschen.
Die Zeitung schreibt, die OECD stellt fest: in keinem anderen Land hätte sich der Abstand von arm zu reich so dermaßen vergrößert, als in Deutschland. Das sieht auch das DIW so. Das ist schon mal sehr aufschlussreich. Denn die meisten Volksvertreter streiten das permanent ab. Jedenfalls müsse man das abschaffen, so der Tenor. Jede Generation solle ihren Wohlstand größtenteils selbst erwirtschaften. Und genau da liegt die Ungerechtigkeit. Solche Vorschläge kommen oft von Menschen, die selbst durch Erbschaften zu Wohlstand gekommen sind. Sollten sie noch nicht geerbt haben, dann profitieren sie vom Wohlstand ihrer Eltern. Das macht keinen Unterschied. Egal, wie man es nun sieht, aber sollte ich mir etwas erarbeiten, so ist es das natürlichste der Welt, das dieser gewonnene Wohlstand auch meinen Angehörigen zu Gute kommt. Vor allem meinen Kindern. Genau dafür vergrößert man seinen Besitz. Es wäre eine Schande, wenn solche Torfköpfe es mir, oder besser meinen Kindern, wegnehmen wollten. Es wäre eine Aushöhlung von Recht und Gesetz. Nicht dem Staat gehört das Geld, der ,gerade in letzter Zeit, immer weniger zum Lebensunterhalt beiträgt, sondern dem Besitzer. Der Entzug oder die Minderung der Erbmasse käme einer Enteignung gleich. Zudem besteht auch hier, wie meist, eine Doppelmoral. Sollen wir Opfer bringen, dann bitte für die Nachfahren, für unsere Kinder, zum Wohle der Nachfolge. Soll aber das Erwirtschaftete an eben diese Nachfahren weiter gegeben werden, dann bloß nicht. Teufelswerk.
Möglicherweise kann jemand meine Argumente nicht nachvollziehen. Demjenigen sei geraten über die Untergrenzen nachzudenken. Mag sein er denkt, mit den 7000 Euro von der Oma, falle ich sowieso nicht in den kritischen Bereich. Was aber, wenn der Selbstbehalt an Hartz 4 angepasst wird? Was, wenn man Erbschaften komplett davon trennt? Dann hat die Oma lange Jahre für den Führerschein des Enkels gespart, der Enkel bekommt es aber nicht. Man kann auch globaler denken. Mit dem gleichen Argument könnte auch der Afrikaner Anspruch auf den Wohlstand der Anderen anmelden.
Solche Enteignungs-Ideen entspringen meist den Einfallslosen. Es ist mir egal, wie viel Geld der Reiche hat. Hauptsache er gibt es aus und ich bekomme über sieben Ecken auch etwas davon. Und genau darum geht es. Es ist auch ein moralisches Problem. Den Reichen die Ausgaben im eigenen Land schmackhaft machen, das wäre die Aufgabe. Investieren in Arbeitsplätze. Gesellschaftliche Ansehen erreichen. Das geht natürlich nicht ohne Anerkennung, auch der von unteren Schicht. Das wären Ziele, die sogar noch besser wirken, als irgendwelche Zwangsabgaben, die von findigen Anwälten und Finanzheinis sowieso ausgehebelt werden. Und am Ende meldet eben jeder seinen Wohnsitz auf den Malediven an.
In diesem Artikel gab es aber noch eine andere extrem wichtige Aussage. Niedriglöhner hätten eine um 14 Jahre geringere Lebenserwartung als besser Verdienende. Ja, ich habe mich nicht verschrieben. Es sollen tatsächlich 14 Jahre sein, laut DIW. Irgend etwas stimmt also nicht in unserem Staat. Ziehe ich von den dauernd propagierten 80 Jahren Lebenserwartung die 14 Jahre ab, komme ich auf 66. Das deckt sich auch eher mit der Alltagserfahrung als dieses permanente Geseier vom immer älter werdenden Arbeiter. Es deckt sich eher mit der Annahme, die Rentenalter-Erhöhung wurde deshalb eingeführt, weil mit 67 die meisten schon tot sind, oder nur noch wenige Jahre zu leben haben. Die Regierung schwindelt uns die Hucke voll. Und jedes Jahr etwas mehr. Solche Artikel aber offenbaren dann, ganz unbewusst und nebenbei, das etwas nicht stimmt.
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