Merkel / Abwarten oder Handeln?

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Abwarten oder handeln? Was ist das Günstigste?

Gerade in Bezug auf Kanzlerin Merkel wird ja immer wieder gern die abwartende Haltung bemängelt. Manche nennen es Aussitzen, andere nennen es den Klau von Ideen anderer.


Ich habe dazu meine eigenen Gedanken. Und die begründen sich aus dem Alltag heraus. Ich habe ein Problem mit einem im Laden erworbenen Gegenstand. Nun erscheine ich dort und schildere mein Problem. Jeder kennt das. Die Einen poltern sofort los, erklären uns was wir alles hätten tun müssen, eventuell nicht getan haben, oder dass es ohnehin nicht ihr Problem wäre.

Andere wiederum hören uns zu, reagieren auf das Gesagte. Warten unsere Erklärung ab.


Schwierige Situationen können auch bei Ärzten und Ämtern entstehen. In diesem Moment sind wir meist hilflos. Und alles entscheidet sich durch handeln, oder eben abwarten. Noch intensiver kann so etwas in der Arbeitswelt beobachtet werden. Die Führung ordnet an, reagiert auf irgendetwas. Unser Gefühl dabei ist meist kein gutes.

Vielleicht waren wir gerade dabei, jenes Problem selbst zu lösen, müssen nun aber zusehen, wie eine Schnellschußlösung unsere Arbeit ganz ohne Not schwieriger macht. Möglicherweise aber haben auch wir das Problem schon viel früher erkannt und nach Lösungen gesucht, die dann diskutiert werden sollten. Das Beste hätte dann gewählt werden können.

Oder aber, wir schauen uns einfach nur um. Wir merken uns das Problem und sehen, was andere in diesem Fall tun. Dann wählen wir aus.

Und auch vom Arzt erwarten wir, dass er umfänglich recherchiert und erst zum Schluss die passende Behandlung empfiehlt.


Alle diese Beispiele haben eines gemeinsam, sie dauern etwas und sie fordern vom Problemlöser das Zuhören, Beobachten und Suchen.

Einen schlechten Ausgang nimmt die Sache meist, wenn aus dem Ärmel eine Papierlösung hervor gezogen wird. Gleiches gilt für unsachliche und persönlichen Anschauungen
unterworfenen Handlungen.


Was also ist für schwierige politische Entscheidungen notwendig? Das Ohr an den unterschiedlichsten Lösungen zu haben. Die Geduld zu haben, erst einmal gesellschaftliche Entwicklungen zu beobachten. Wandelbar zu sein. Was heute richtig ist kann morgen falsch sein. Und wir alle ärgern uns Beulen auf den Rücken, wenn Entscheidungen unwiderruflich aufgrund momentaner Ereignisse getroffen werden. Das trifft immer dann im besonderen zu, wenn man auf vorher festgelegte Prinzipien beharrt. Wir nennen das dann Prinzipienreiterei.


Ich halte es daher für völlig unangebracht, eine wandelbare Meinung und Ansicht als groben Fehler zu deklarieren. Auch halte ich es für falsch, entstehende Diskussionen schon im Keim durch vorauseilendes Anordnen zu ersticken. So gesehen macht Frau Merkel alles richtig. Nicht perfekt, aber auch nicht falsch. Reagieren auf das, was kommt und nicht auf das, was im Parteiprogramm steht.


Konflikte, die am kochen sind, nicht mit unüberlegten vorschnellen Äußerung noch schlimmer machen. Dinge, die im ersten Moment schlimm erscheinen, nicht mit Überreaktionen schlimmer machen, als sie eigentlich sind.


Am Ende wird also angeprangert, was wir uns eigentlich alle wünschen.

Ach ja, und dann ist da noch meine Lieblingsmeinung:

Wer von "Die Merkel" spricht, hat Politik nicht verstanden. Im Saal gibt es um die 600 Abgeordnete, die zum Wohle des Volkes handeln sollen und müssen.

Ein Alleinentscheider ist nicht vorgesehen und auch nicht vorhanden.

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