Klaus Kleber ohne Kinderstube / Verfall der Gesprächsetikette / Vorurteil als Journalismus / verlorene Neutralität

Zum Blog und zu den Artikeln gibt es eine Einleitung. Bitte lesen Sie diese zuerst. Zur Einleitung

Am Dienstag den 24.10.2017 um 21:45 Uhr habe ich das "Heute Journal" im ZDF gesehen. Das tue ich eigentlich täglich. Dort gab es ein Interview mit Frau Alice Weidel.

Der Inhalt soll nicht weiter betrachtet werden. Wohl aber die Umgangsformen und die fehlende Neutralität.


Ein Mensch wird zum Gespräch gebeten und dieser Mensch sagt der Einladung zu. Fragen werden gestellt, Antworten erwartet. Passt die Antwort nicht zur Frage, so darf sie erneut gestellt werden. Verbunden mit dem Wunsch, diesmal die Frage bitte zu beantworten. Und natürlich müssen beide Parteien eine gewisse Geduld bewahren. Eine Frage muss gestellt werden können, eine Antwort muss gehört werden können.


So stellt man sich das vor. So haben wir das gelernt. Mehr und mehr aber wird nur noch, wie der Volksmund gerne sagt, unhöflich dazwischen gequatscht. Das Unhöfliche dran muss man nicht erklären, das erkennt jeder. Aber es ist auch journalistisch eine absolute Fehlleistung. Ich soll dann die Worte von zwei gleichzeitig sprechenden Menschen aufnehmen. Das kann nicht gelingen. Zusätzlich geht durch diese Ablenkung der gesamte Inhalt verloren.


Herr Kleber und Frau Slomka üben dieses "Dazwischen fahren" des öfteren aus. Ich halte das für einen schlechten Journalismus. Auch wenn es dazu sogar öfter einen Anlass gibt, so würde eine Abschlußbemerkung wesentlich mehr erreichen.

"Ich danke für dieses Gespräch, auch wenn sie die Fragen nicht beantwortet haben".


Journalisten sind auch nur Menschen. Sie haben das Recht auf eine Meinung. Nicht aber wenn es ihre Arbeit und ihr Auftrag ist, neutral zu berichten. Alles, was nicht Mitte ist, wird aber oft harsch behandelt. Der Tonfall, die Formulierung von Fragen, aggressives Einhaken, das sind oft die Merkmale. Die von mir gewünschte Neutralität wird nicht angewendet.

Um so schlimmer, wenn die Gesprächspartner eingeladen werden und der Verlauf auch noch eine Aufzeichnung ist. Am Ende entsteht bei mir der Eindruck, es ginge von Anfang an nur um eine zu gewinnende Schlacht. Die nur durch Bloßstellung und Unterbrechung zu gewinnen wäre.


Man könnte sogar noch weiter gehen und von einer Verzerrung der Realitäten sprechen. Welches ganz sich nicht der Auftrag einer Sendeanstalt sein sollte. Nicht umsonst sind viele Menschen der Meinung, die wahre Natur offenbart sich von allein. In dem man ganz geschickt und ohne Druck die Redefreiheit ausüben lässt. Das Volk ist nicht dumm. Widersprüche werden leicht erkannt und sehr wohl registriert. Doch wenn man diese Chance schon im Vorfeld verspielt, dann muss sich niemand wundern wenn am Ende genau das Gegenteil erreicht wird. Denn auch das registriert der Zuschauer sehr wohl.

Kommentare